Begriff "Bigband"

Der Begriff „Bigband“ ist ein wenig aus der Mode gekommen, denn er wird zumeist mit dem traditionellen Bild einer Bigband aus der sogenannten Swing-Ära der 20er und 30er Jahre des letzten Jahrhunderts in Verbindung gebracht. Demgegenüber meint die Bezeichnung „Jazzorchester“ einen offenen Begriff von Musik für solche Ensembles, die sowohl musikalisch als auch aus besetzungstechnischen Gründen die traditionelle Bigbandbesetzung verlassen (müssen). So wird hier der Begriff „Bigband“ in einem weitläufig und offen gefassten Sinn benutzt, aber auch, um dem Laien einen eingeführten, populären Begriff anzubieten, unter dem sich etwas vorstellen lässt.

Ebenso breit gefasst ist hier der Jazzbegriff und bezieht alle verwandten Stilrichtungen wie jazzbeinflusste Pop-, Rock-, Musical- und Blasmusik, aber auch Verbindungen zur Neuen Musik, zur Avantgarde, zum Free Jazz und damit zum gesamten Bereich der improvisierten Musik mit ein.

Bigbandjazz ist weitestgehend notiert und wird ausgeführt wie in der Klassik, verlangt aber auch interpretatorischen Einsatz im Kollektiv und als Individuum; durch integrierte Soli können sich talentierte junge Leute improvisatorisch entfalten und zu eigenem musikalischen Ausdruck finden. Bigbandjazz ermöglicht das Spielen von Titeln in der Tradition des klassischen Jazz und des Swing einerseits, andererseits aber auch mit Einflüssen aus der rhythmisch betonten Rockmusik, des Blues, des Soul bis hin zu für Bigband bearbeiteten Stücken aus den aktuellen Hitparaden. Daneben nimmt die Zahl von Kompositionen für Jazzorchester zu, die neue Wege beschreiten, mit neuen Formeln arbeiten und experimentelle Klänge einsetzen.