Jazzorchester und Verlage

Die Mehrzahl von Originalkompositionen für Jazzorchester sind und werden nicht verlegt, liegen nur in Manuskriptform vor und werden von den Komponist*innen selbst angeboten und „vertrieben“. Entsprechend gering ist der Bekanntheitsgrad dieses großen Fundus und ebenso schwierig der Zugang zu neuen Noten – er funktioniert zumeist über persönliche Verbindungen und ist daher von Zufällen abhängig; eine systematische Auswahl ist erst recht nicht möglich, da die Übersicht fehlt.

Titel junger Komponist*innen sind für Verlage nicht interessant – von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen. Sie sind allerdings begehrt bei jungen Bigbands, weil sie aktuelle musikalische Strömungen von Jazz und verwandter Bereiche aufnehmen, die wiederum von der bekannten internationalen Jazzszene vorgegeben werden. Darüber hinaus sind junge Komponist*innen durchaus als Musiker*innen, Dirigent*innen, als Professor*innen und Preisträger*innen einem größeren Kreis von Jazzliebhaber*innen bekannt geworden.

Das Bundesbigbandarchiv lenkt den Blick auf dieses kompositorische Potential, auf die Werke einer jungen Generation mit ihren eigenständigen und kreativen Ausdrucksformen.