Zielgruppe und musikpädagogischer Hintergrund

Die Zielgruppe des Bundesbigbandarchivs sind Kinder und Jugendliche, die in Jazzorchestern und größeren Jazzensembles spielen bzw. spielen wollen sowie deren Leiter*innen und deutsche Jazzkomponist*innen.

Es will darüber hinaus Hilfestellung bei der Gründung solcher Ensembles anbieten.

In Frage kommen hier alle Jazzgruppen und –orchester, die von Musikvereinen, von Musikschulen, von Jugend- und Kulturzentren getragen werden, die aber auch zunehmend zum Kultur- und Ganztagsangebot an allgemeinbildenden Schulen gehören. In Deutschland gibt es nach Hochrechnungen des Musik- und Informationszentrums in Bonn an die tausend Schüler- und Jugendbigbands mit über 40.000 SpielerInnen und ihre Zahl nimmt ständig zu. Sie fragen nach aktueller Literatur, die bei Verlagen nicht erhältlich ist, aber zentral und systematisiert angeboten wird. Ebenso nimmt die Zahl gut ausgebildeter und interessant schreibender Komponist*innen zu. Sie finden es spannend, für Jugendjazzorchester im Schüleralter zu produzieren. Auch sie fragen nach Möglichkeiten, ihre Stücke zentral anzubieten. Durch die steigende Zahl ganztagsbetreuter Schulen und anderer Jugendeinrichtungen stellt sich den Trägern die Frage nach attraktiven Zusatzangeboten auch im musikalischen Bereich. Daher ist eine steigende Zahl von Gründungen von Ensembles und Bands des Jazz und des Rock, von Bigbands und Blasorchestern zu beobachten und weiterhin denkbar.

Nach Aussagen des Verbandes der Schulmusiker in Deutschland gehören Bigbands und Jazzensembles zu den attraktivsten Zusatzangeboten an den weiterführenden Schulen. Sie sind sowohl bei Schüler*innen, Lehrer*innen und Eltern beliebt als auch wirkungsvolle Werbeträger für die jeweilige Schule.

Gleichzeitig ist zu beobachten, dass sich Initiativen und Aktivitäten, gerade in Bereichen neuen Musikschaffens, von den traditionellen und etablierten Institutionen weg verlagern hinein in Bereiche privater Initiativen und individueller Angebote, die insbesondere die durch das Internet ermöglichten neuen Netzwerke entstehen und diese benutzen. Auf dem Gebiet der Musikpädagogik zeichnet sich diese Entwicklung durch eine steigende Zahl privater Musikschulen aus, durch verstärkten privaten Musikunterricht, durch den Einsatz von Honorarkräften an den allgemeinbildenden Schulen und durch die Neuorientierung von Jugend- und Kulturzentren. Bigbandmusik, Jazz und improvisierte Musik ermöglichen das Musik machen in Gemeinschaft mit nach allen Seiten offenen stilistischen und formalen Richtungen und stützt damit die bildungs- und schulpolitische Argumentation in der heutigen Zeit.